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Grundsteuerreform 2022

 Stand 23. Mai 2022

Die Grundsteuerreform kommt. Es besteht dringender Handlungsbedarf:

Ausgangspunkt für die Reform ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Grundsteuer auf Basis der Einheitswerte, die vor Jahrzehnten ermittelt wurden, nicht mehr verfassungsgemäß sei. Dem Gesetzgeber wurde aufgegeben, eine Neuregelung zu entwerfen. Die Bundesländer konnten sich auf keine einheitliche Linie einigen, so dass unterschiedliche Modelle beschlossen wurden. 

Sie fragen sich jetzt: Schön und gut, aber was hat das mit mir zu tun?

Überraschenderweise hat die Finanzverwaltung die Entscheidung getroffen, die mit der Neufestsetzung der Grundsteuer verbundenen Arbeiten mit bundeslandspezifischen Besonderheiten weitgehend auszulagern. In der aktuellen Presse lesen Sie den Vorwurf einer XXL-Bürokratie. Diese Auslagerung erfolgte - Sie ahnen es vermutlich schon - auf den Steuerpflichtigen, also Sie. Es ist also nicht die Finanzverwaltung, die auf Basis sämtlicher verfügbarer Daten (Grundbücher, bisherige Einheitswertbescheide, Katasterämter etc.) die Steuerbescheide vorbereitet, sondern es ist der Steuerpflichtige.

Dafür haben Sie zwischen dem 1. Juli und 31. Oktober 2022 Zeit. Stand heute wird damit gerechnet, dass diese Frist verlängert werden dürfte, weil absehbar ist, dass bei Fristablauf ein erheblicher Teil der Erklärungen fehlen wird. Irgendwann wird aber der "Druck" auf die Steuerpflichtigen kommen.

Anders als in einigen Bundesländern werden in Baden-Württemberg die Steuerpflichtigen mit einem Informationsschreiben über ihre Verpflichtung informiert.

Die ersten Schreiben sind bereits versandt worden. Alle Steuerpflichtigen sollten bis spätestens Ende Juni solche Schreiben erhalten haben (nur bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken wurde ein späterer Versand avisiert).

Der Inhalt des Schreibens in Baden-Württemberg ist enttäuschend. Es werden nur die Flurstücke aufgelistet, die zudem auf Vollständigkeiit zu prüfen sind. Die Größenangaben fehlen jedoch und müssen folgerichtig selbst organisiert werden. Die Bodenrichtwerte wiederum werden ohnehin frühestens von den Gutachterausschüssen im Internet ab Juli bereitgestellt (ohne diese ist eine Fertigstellung nicht möglich).

Das heisst: Vor Juli kann keine Erklärung vorbereitet werden.

Andere Bundesländer verzichten sogar auf die Versendung individueller Schreiben. In allen Fällen liegt aber die Letztverantwortung beim Steuerpflichtigen für die Erklärung.

Die Erledigung ist für jeden Einzelnen über das Softwareprogramm Elster möglich. Das ist ein elektronisches Portal der Finanzverwaltung, bei dem man sich anmelden muss und so einen gesicherten Zugang erhält. Eine Abgabe in Papierform ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Gerne erstellen wir auch die Steuererklärungen für unsere Mandanten, so dass Sie sich nicht mit dieser Software auseinandersetzen müssen.

Sie kommen jedoch auch in diesem Falle nicht umhin, uns die notwendigen Daten zusammenzusuchen. Im Idealfall enthalten die oben genannten Informationsschreiben die wesentlichen Daten. Darüber hinaus haben wir wichtige Daten für Ihre Vermietungsobjekte im System. Leider gibt es eine Vielzahl weiterer Grundstücke, die bislang von uns im Rahmen Ihrer "normalen" Einkommensteuererklärung nicht erfasst wurden: Ihre selbst genutzte Eigentumswohnung, Ihr Freizeitgrundstück, Ihr Einfamilienhaus. Jedes in Deutschland belegene Grundstück ist zu erfassen.

Jetzt wird es kompliziert: Es ist entscheidend, wo das Grundstück liegt. In Baden-Württemberg haben wir ein relativ einfaches Modell. Wir benötigen bspw. die Größe und die Flurstücksnummer sowie das Aktenzeichen des letzten Einheitswertbescheids. Ob das Grundstück bebaut ist oder nicht spielt keine Rolle.

In anderen Bundesländern ist es ein Unterschied, ob eine Bebauung vorliegt oder nicht. In diesem Fall sind ergänzende Informationen zum Gebäude erforderlich. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Finanzverwaltungen der jeweiligen Bundesländer.

Für uns Steuerberater ist diese Reform eine Lawine.

Bitte helfen Sie uns, indem Sie die Unterlagen für jedes Ihrer Grundstücke etwas vorsortieren, damit wir die Vielzahl der Erklärungen bewältigen können. Wenn Sie bspw. geerbt haben und nicht wissen, welche Grundstücke genau zum Nachlass gehören (was bei kleinen landwirtschaftlichen Flächen oder Waldstücken durchaus vorkommt), müssen rechtzeitig Nachforschungen angestellt werden, bspw. durch Beantragung von Grundbuchauszügen (Achtung: es ist zum Teil mit einer erheblichen Bearbeitungsdauer zu rechnen). Auch dabei können wir Sie unterstützen.

Gemeinsam schaffen wir es!